Katharina Hacker, geboren 1967 in Frankfurt am Main, ist eine herausragende deutsche Schriftstellerin, deren Werke sich durch eine scharfe Beobachtungsgabe und psychologische Tiefe auszeichnen. Nach Studien der Philosophie, Geschichte und Judaistik in Freiburg im Breisgau und Jerusalem begann sie ihre literarische Karriere. Hacker lebt und arbeitet heute in Berlin. Ihr internationaler Durchbruch gelang ihr 2006 mit dem Roman "Die Habenichtse", für den sie den renommierten Deutschen Buchpreis erhielt. Dieses Werk, das sich mit den Auswirkungen der Globalisierung und der Suche nach Identität in einer zerrissenen Welt auseinandersetzt, wurde auch verfilmt. Ihre Prosa erkundet oft die Bruchstellen moderner urbaner Existenz, die Komplexität menschlicher Beziehungen und die Entfremdung in einer zunehmend vernetzten, aber paradoxerweise auch isolierten Gesellschaft. Sie gilt als eine der wichtigen Stimmen der zeitgenössischen deutschen Literatur, die sich kritisch und feinfühlig mit den Herausforderungen unserer Zeit auseinandersetzt. Ihre Charaktere ringen häufig mit der Suche nach Zugehörigkeit und Authentizität.
«Der Sommer war keine Zeit. Der Sommer war ein Zustand. Ein Zustand der Müdigkeit, der Abwesenheit, der Selbstvergessenheit.»
«Es gibt keine sichere Basis mehr, außer vielleicht das eigene Verschwinden.»
«Man verliebt sich, weil es notwendig ist, weil das Leben sonst nicht auszuhalten wäre.»
Ihr Schreibstil ist präzise, oft analytisch und von einer kühlen Eleganz geprägt. Hacker verzichtet auf überflüssige Ausschmückungen und konzentriert sich auf die psychologische Innenschau ihrer Charaktere sowie auf eine genaue Beschreibung ihrer Lebenswelt. Ihre Sprache ist klar und direkt, ermöglicht jedoch tiefe Einblicke in emotionale Zustände und gesellschaftliche Phänomene. Sie verwendet eine subtile Ironie und eine distanzierte Erzählhaltung, die den Leser dazu anregt, über die dargestellten Konflikte und Beziehungen nachzudenken.