Ferdinand von Schirach, geboren 1964 in München, ist ein deutscher Schriftsteller und Jurist. Er stammt aus einer bekannten Familie; sein Großvater war Baldur von Schirach, der Reichsjugendführer. Nach seinem Jurastudium und der Promotion arbeitete er ab 1994 als Strafverteidiger in Berlin. Seine Erfahrungen aus der juristischen Praxis bildeten die Grundlage für seine literarische Karriere, die er 2009 mit dem Erzählband "Verbrechen" begann. Seine Werke zeichnen sich durch eine präzise, nüchterne Sprache und die Auseinandersetzung mit fundamentalen Fragen von Schuld, Gerechtigkeit und menschlicher Würde aus. Schirach hat sich schnell als einer der meistgelesenen und diskutierten deutschen Autoren etabliert. Seine Bücher wurden in zahlreiche Sprachen übersetzt und teilweise verfilmt oder fürs Theater adaptiert. Er gilt als Moralist, der die Grenzen des Rechtssystems und die Komplexität menschlichen Handelns auslotet.
«Jeder Mensch hat Würde. Das bedeutet, dass jeder Mensch frei ist, wenn er in seiner Freiheit einen anderen nicht verletzt.»
«Recht ist das, was uns schützt. Gerechtigkeit ist etwas anderes.»
«Die Würde des Menschen ist unantastbar. Das ist das Schwerste überhaupt. Man muss diese Würde auch dem Bösen zugestehen.»
Ferdinand von Schirach zeichnet sich durch einen kühlen, präzisen und stark reduzierten Schreibstil aus. Seine Sätze sind oft kurz und pointiert, auf jegliche Ausschmückung wird verzichtet. Er beschreibt Sachverhalte und Charaktere objektiv, fast nüchtern, was seinen Erzählungen eine besondere Intensität und Glaubwürdigkeit verleiht. Er ist ein Meister der Andeutung und lässt den Lesern Raum für eigene moralische Urteile, indem er komplexe ethische Dilemmata ohne simple Lösungen präsentiert. Sein Stil ist oft als lakonisch, minimalistisch und faktenorientiert beschrieben worden, was seine juristische Ausbildung widerspiegelt.