Alfred Döblin (1878-1957) war ein deutscher Arzt und Schriftsteller, der zu den bedeutendsten Vertretern der literarischen Moderne zählt. Geboren in Stettin, prägte ihn die Großstadterfahrung Berlins, wo er als Nervenarzt praktizierte. Sein vielseitiges Werk umfasste Romane, Essays und Dramen und bewegte sich stilistisch zwischen Expressionismus, Futurismus und Dadaismus. Bekanntheit erlangte er vor allem durch seinen experimentellen Roman „Berlin Alexanderplatz“ (1929), der als Meisterwerk der Montagetechnik gilt und das Leben im Berlin der 1920er Jahre einfängt. Als Jude und Regimekritiker musste Döblin 1933 vor den Nationalsozialisten fliehen und verbrachte Jahre im Exil in der Schweiz, Frankreich und den USA. Nach dem Zweiten Weltkrieg kehrte er nach Deutschland zurück, hatte aber Schwierigkeiten, an frühere Erfolge anzuknüpfen. Sein Werk zeichnet sich durch psychologische Tiefe, soziale Kritik und innovative Erzählformen aus.
«„Der Mensch plant, der liebe Gott lacht.“»
«„Man ist, was man tut, und nicht, was man vorhat.“»
«„Die Sprache muss sein wie die Luft: da, aber nicht spürbar.“»
Sein Schreibstil ist experimentell und innovativ, oft geprägt von der Montagetechnik, die verschiedene Textfragmente wie Zeitungsartikel, Statistiken und Dialekte collagiert. Er verwendet einen polyphonen Erzählansatz mit wechselnden Perspektiven und inneren Monologen, der die Komplexität des modernen Lebens widerspiegelt. Döblin zeichnet sich durch einen präzisen, detailreichen und oft naturalistischen Stil aus, der jedoch von expressionistischen Elementen durchbrochen wird, um psychische und soziale Realitäten zu verdichten.