Sebastian Haffner, geboren als Raimund Pretzel am 27. Dezember 1907 in Berlin, war einer der bedeutendsten deutschen Journalisten, Historiker und Essayisten des 20. Jahrhunderts. Als scharfsinniger Beobachter und Kritiker der deutschen Geschichte, insbesondere des Nationalsozialismus, musste er 1938 aus Deutschland emigrieren. Er ließ sich in Großbritannien nieder und arbeitete dort zunächst für den 'Observer', wo er den Namen Sebastian Haffner annahm, um seine Familie in Deutschland zu schützen. Nach seiner Rückkehr nach Deutschland 1954 setzte er seine journalistische und schriftstellerische Tätigkeit fort, unter anderem für 'Die Welt' und 'Stern'. Sein Werk zeichnet sich durch eine tiefgehende Analyse historischer Ereignisse und eine kritische Auseinandersetzung mit nationalen Mythen aus. Er verfasste zahlreiche Bücher, darunter 'Anmerkungen zu Hitler' und 'Geschichte eines Deutschen', die erst posthum veröffentlicht wurden und als Schlüsselwerke für das Verständnis der deutschen Katastrophe gelten. Haffner starb am 2. Januar 1999 in Berlin.
«Der Begriff 'Diktatur' besagt zunächst nur, daß einer befiehlt und die anderen gehorchen. Die 'totalitäre Diktatur' besagt: Einer befiehlt und die anderen gehorchen in *alles*.»
«Nie zuvor in der Geschichte ist eine kleine, kriminelle Minderheit einem so großen und zivilisierten Volk so lange ungehindert auf dem Kopf herumgetanzt wie in Deutschland zwischen 1933 und 1945.»
«Ein Volk, das sich der Vergangenheit nicht stellt, hat keine Zukunft.»
Sein Schreibstil ist prägnant, analytisch und oft provokant. Er zeichnet sich durch eine klare Sprache, logische Argumentation und die Fähigkeit aus, komplexe historische Zusammenhänge verständlich und zugänglich darzulegen. Haffner vermied akademische Fachsprache und richtete sich an ein breites Publikum. Seine Texte sind oft essayistisch und spiegeln eine persönliche, aber stets fundierte und manchmal polemische Perspektive wider.