Joseph Karl Benedikt Freiherr von Eichendorff (1788-1857) war ein herausragender deutscher Dichter und Schriftsteller der Spätromantik. Geboren auf Schloss Lubowitz in Oberschlesien, entstammte er einer alten katholischen Adelsfamilie, deren Güter er später verlor. Er absolvierte ein Jurastudium in Halle und Heidelberg, wo er sich in romantischen Kreisen bewegte und prägende Freundschaften schloss. Nach der Teilnahme an den Befreiungskriegen gegen Napoleon trat Eichendorff 1816 in den preußischen Staatsdienst ein und war in verschiedenen Ministerien und Verwaltungsämtern tätig, unter anderem in Breslau, Danzig, Königsberg und Berlin. Sein umfangreiches literarisches Werk ist tief von seiner katholischen Frömmigkeit, der Liebe zur Natur und einem zentralen Gefühl von Heimat und Fernweh durchzogen. Er schuf unzählige lyrische Gedichte, Novellen wie "Aus dem Leben eines Taugenichts" (1826), Dramen und kritische Schriften. Eichendorffs Dichtung, oft musikalisch und bildhaft, prägte maßgeblich das Bild der deutschen Romantik und viele seiner Gedichte wurden vertont, wodurch sie bis heute populär sind.
«Viele, die da rauschen und brausen, wissen nicht, woher sie kommen und wohin sie gehen.»
«Es schlug mein Herz; geschwind, zu Pferde! / Und fort, wild wie ein Held zur Schlacht!»
«O Täler weit, o Höhen, / O schöner grüner Wald! / Du meiner Lust und Wehen / Andächt'ger Aufenthalt!»
Eichendorffs Schreibstil ist von einer tiefen Musikalität, schlichter Eleganz und Bildhaftigkeit geprägt. Er verwendet oft eine klare, eingängige Sprache, die an Volkslieder erinnert und eine hohe poetische Dichte erreicht. Charakteristisch sind seine reichhaltige Naturmetaphorik, die Darstellung von Fernweh und Heimatliebe sowie die enge Verknüpfung von Landschaftsbildern mit inneren Stimmungen und religiösen Empfindungen. Seine Werke strahlen oft eine melancholische Sehnsucht, zugleich aber auch eine tiefe Naturverbundenheit und Gottvertrauen aus.