Gustave Le Bon (1841–1931) war ein französischer Universalgelehrter, Mediziner, Anthropologe, Soziologe, Psychologe und Amateurphysiker. Er erlangte internationale Berühmtheit durch sein wegweisendes Werk „Psychologie der Massen“ (Originaltitel: „Psychologie des Foules“) von 1895. In diesem Buch untersuchte er das Phänomen des Kollektivverhaltens und argumentierte, dass Menschen in Massen ihre individuelle Rationalität verlieren und von einem „kollektiven Geist“ erfasst werden, der zu emotionalem und irrationalem Handeln neigt. Seine Theorien hatten erheblichen Einfluss auf die Sozialpsychologie, Politikwissenschaft und sogar auf das Marketing. Trotz späterer Kritik an einigen seiner Thesen, insbesondere im Hinblick auf seine kontroversen Ansichten zur Rassenpsychologie, bleiben Le Bons Erkenntnisse über die Dynamik von Massen und die Rolle von Führungspersönlichkeiten in der öffentlichen Meinung bis heute relevant und werden studiert.
«Die Menge ist immer unintelligent, aber sie kann heldenhaft sein.»
«Die wichtigste Eigenschaft der Masse ist ihre Unbewusstheit.»
«Die Suggestion ist der wirksamste Motor aller Massenaktionen.»
Le Bons Schreibstil ist analytisch, didaktisch und oft polemisch. Er zeichnet sich durch eine klare, prägnante Sprache aus, mit der er komplexe psychologische und soziologische Konzepte darlegt. Seine Argumentation ist logisch aufgebaut, oft mit historischen Beispielen untermauert, und zielt darauf ab, die Leser von seinen Thesen über die Natur menschlichen Kollektivverhaltens zu überzeugen.